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29.09.2011

Bielmann, David: Flucht eines Toten


==Fälschlicherweise für tot erklärt==

Mit brutaler Wucht wurde ihm langsam die Tragweite seiner letztnächtlichen Untat bewusst. Er hatte seinen Versuch, aus dem Leben zu scheiden, auf unfassbare Weise vermasselt. Sein Haus war zerstört, sein ganzes Hab und Gut weg, und das eigentliche Ziel der Aktion, sein Tod, war geblieben. Die Ausführung des vermeintlich genialen Todesplanes war desaströs gewesen, hatte sich gar zu grössten nur auszudenkenden Katastrophe ausgeweitet. (Zitat S. 98)
 
===Buchdaten===
Autor: David Bielmann
Titel: Flucht eines Toten
Verlag: woa Verlag
Erschienen: 2011
ISBN-10: 3952365726
ISBN-13: 9783952365724
Seiten: 255
Kosten: 19,90€

===Zitierter Klappentext===
«Es war eine weitere unsterbliche Melodie von Albert. Und doch war sie sterblich, denn mit ihm würde auch sie die Welt auf immer verlassen. Es war Alberts Todesmelodie, sein Requiem. Es war gut. Teuflisch gut.»Albert Leblanc führt ein trostloses Leben als Koch in der verrauchten Dorfbeiz von Rechthalten. Ständig wird er vom Wirt erniedrigt und von betrunkenen Gästen verhöhnt, Anerkennung erhält er kaum. Die einzigen Freuden in seinem Alltag sind das Gitarrenspiel, der Absinth – und die Serviertochter Mona, die ihm als ein-zige etwas Sympathie entgegenbringt. In einsamen Momenten hängt er immer öfter morbiden Gedanken nach. Er beschliesst, in vier Tagen all den Bosheiten ein Ende zu setzen. Albert macht sich an sein schauriges Werk ...Ob sich heute in Rechthalten noch jemand an Albert Leblanc zu erinnern vermag? Wer seinerzeit regel¬mässig in die Wirtschaft pilgerte, wird sich womöglich noch ein Bild seiner schmächtigen Gestalt machen können. Es würde allerdings nicht erstaunen, wenn er vollends in Vergessenheit geraten wäre. Dies ist seine so verwegene wie tragische Geschichte.

===Meine Meinung===
Viele junge Autoren versuchen bekannten Kollegen nachzueifern, oder sich einem Genre anzuschließen, welches gerade besonders angesagt ist. Der 27jährige David Bielmann ist hier eine Ausnahme. Das soll aber nicht heißen, dass man sich seinen Namen nicht merken muss. Im Gegenteil – Sein etwas anderer Roman gewann 2010 einen Literaturwettbewerb. Damit zeigt er, dass es sich lohnt eigene Wege zu beschreiten.

Der Leser wird an die Seite von Albert Leblanc geführt. Sein Leben ist nicht unbedingt das, was man als Traumleben bezeichnen würde. Als Koch in einer kleinen Dorflokalität wird er ständig von seinem Chef tyrannisiert, die Gäste sind auch nicht gerade liebenswert. Anerkennung oder freundliche Worte gibt es nur selten. Aus diesem Grund verzieht er sich in eine Welt von Gitarrenspiel und Absinth. Trotz einiger Freuden mit der Serviertochter Mona kommen ihm irgendwann immer mehr Selbstmordgedanken, die er auch in die Tat umsetzt. Doch selbst da verhöhnt ihn das Schicksal. Der Selbstmord misslingt, aber zu seinem Glück wird er für tot erklärt. Damit beginnt ein ganz neues Leben für ihn.

Von Menschen die versehentlich für tot erklärt wurden, hat man schon öfters was in den Medien gelesen. Warum diese ungewöhnliche, aber realistische Situation nicht für einen Roman aufgreifen. Mich konnte der Autor mit dieser Idee von Anfang an begeistern.

Eine gute Idee allein reicht jedoch nicht. Die Umsetzung eines Werkes muss genauso stimmig sein. Meine anfänglichen Bedenken, ob ein so junger Autor, es schafft dieses heikle Thema gut umzusetzen, waren allerdings unbegründet. David Bielmann versteht mit Worten umzugehen. Von Anfang an achtet er auf eine abgerundete und logische Zusammensetzung der Zusammenhänge. Die Welt von Albert Leblanc ist so authentisch gestaltet, dass man selbst in eine depressive Grundstimmung entführt wird. Dabei achtet er jedoch stets darauf nicht zu dramatisch zu werden, sondern auch genügend Spannung und eine gewisse Portion Humor mit einzubauen. Diese gelungene Kombination, die den Leser mit genügend Abwechslung versorgt, um ihn durchgehend zu beschäftigen, ist alleine schon preisverdächtig.
Nichtsdestotrotz benötigt der Leser trotzdem einige Zeit, um wirklich in die Handlung hineinzukommen. Zum einen sorgt dafür der gewöhnungsbedürftige Stil des Autors, und auf der anderen Seite der Protagonist selbst. Die Hauptfigur wird zwar authentisch und farbenfroh gestaltet, aber es benötigt etwas Zeit um seine Gedanken, seine Situation und somit seine Handlungen gänzlich zu begreifen. An den beschreibenden und doch sachlichen Stil gewöhnt sich der Leser genauso schnell, wie an das Leben der Figur. Er ist eben etwas gehobener als viele bei einem Roman erwarten würden. Nach 30 Seiten merkt man nichts mehr, außer der Tatsache, dass auf einmal die Geschichte aufhört.
Bis zum Schluss schafft es David Bielmann zu fesseln und zu überzeugen. Bei einem solchen Thema ist dies nicht selbstverständlich und genau aus diesem Grund ist der 1. Platz für dieses Werk nur nachvollziehbar.

Das Leben nach dem vermeintlichen Tod ist so konstruktiv und bemerkenswert, dass ich vor einer solchen Idee für einen Verlauf wirklich meinen Hut ziehe. Sie ist einmalig.

Abgerundet wird dieses vielversprechende Werk durch das ansprechende Cover, welches einen Baum von seiner Kahlheit zur vollen Pracht mit eingebauter Gitarre zeigt. Kreativität, wie man sie im Buch wiederfinden kann.

===Bewertung===
Flucht eines Toten“ ist für mich ein gelungener Debüt-Roman von David Bielmann. Spannend, dramatisch mit einem genialen Schluss kann man nur auf nachfolgende Werke hoffen. Fünf Sterne.



28.09.2011

Bauer, Angeline: Die Seifensiederin


==Warum Seife den Tod bringen kann==

===Buchdaten===
Autor: Angeline Bauer
Titel: Die Seifensiederin
Verlag: Bertelsmann
Erschienen: 2007
ISBN-10: 3746622778
ISBN-13: 9783746622774
Seiten: 361
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Der gefährliche Duft von Paris. Ein packender Roman über Düfte, die Liebe und die Spiele der Macht. Frankreich im 17. Jahrhundert. Für manche ist die schöne Ambra eine Hexe, weil sie es versteht, betörend duftende Seifen zu sieden. Als man sie festnehmen will, verhilft ihr der junge Mathieu zur Flucht. In Paris will sie sich als Seifensiederin niederlassen. Bald schon erhält sie einen besonderen Auftrag. Eine Marquise will mit ihren Düften keinen Geringeren als den König verführen ...

===Meine Meinung===
Historische Romane sind für mich oft Werke, die entweder total trocken und sachlich gehalten sind, oder durch eine altmodische Sprache den Lesefluss hemmen. Es gibt jedoch auch historische Literatur, die sich flüssig lesen lässt und den Leser auf Grund von historischen Informationen und einer Portion Spannung bis zum Schluss fesselt. In diesem Fall kann ich vorab schon sagen, dass „Die Seifensiederin“ für mich zu der zweiten Kategorie gehört.

Der Leser wird in das Jahr 1666 entführt. Ambra ist die Tochter einer arabischen Sklavin und eines einfachen Kaufmanns. Alle drei kennen sich mit dem Seifesieden und der Kräuterheilkunde aus. Als sie auf Grund eines Unwetters alles verlieren, machen sie sich auf den Weg zu einem anderen Ort. Auf ihrer Reise erkrankt Ambras Mutter so sehr, dass für einige Zeit in einem Ort bleiben müssen. In einer Zeit, wo Wasser und waschen als tödlich gelten, ist es nur verständlich, dass Seifensiederinnen gerne als Hexen angesehen werden. Als die Familie, die durch ihre Kenntnisse sehr reinlich ist, völlig gesund bleibt, während alle um sie herum krank werden oder sterben, ist klar, dass es sich um Hexen handelt, die verbrannt werden müssen. Lediglich Ambra kann fliehen. Unterwegs begegnet ihr Mathieu ein einfacherer Junge, der als Fuhrmann arbeitet. Obwohl er weiß, wer sie ist, verhilft er ihr zur Flucht. Dafür begeht er sogar einen Mord. Gemeinsam begeben sie sich auf den Weg nach Paris. Immer auf der Flucht und der Gefahr im Nacken entdeckt zu werden, denn der Mord blieb nicht unentdeckt. Die gemeinsame Reise schweißt die Zwei zusammen, sodass am Ende wahre Liebe im Spiel ist. In Paris angekommen glauben sie sich am Ziel ihrer Reise. Dabei vertrauen sie den falschen Menschen und werden getrennt. Mathieu landet als billige Arbeitskraft in einer Besserungsanstalt während Ambra verzweifelt nach ihrem Liebsten sucht.

Die fiktive Geschichte spielt in einer Zeit, die für unsere heutige Generation völlig unverständlich ist. Seife, Wasser und allein das Waschen galten als lebensgefährlich. Die Menschen stanken wie die Pest und starben auf Grund des Schmutzes wie die Fliegen. Diesen historischen Aspekt vermittelt die Autorin durchaus authentisch. An Hand der einleitenden Daten war sofort ersichtlich in welcher Zeit die Geschichte spielt.
Gleich zu Beginn lernt der Leser die Protagonistin Ambra kennen. Damit die Figur für den Leser besser verständlich ist, beginnt die Einführung in die Geschichte zu einem Zeitpunkt, wo ihre Eltern noch am Leben sind. Dadurch wird ihr späteres Handeln, ihre Ängste und die Dramatik der damaligen Zeit einfach anschaulicher. Man leidet, fürchtet, zittert und freut sich stets mit der Protagonistin.
Wenig später kommt Mathieu, die zweite Hauptfigur, hinzu. Damit beginnt die Geschichte für mich etwas undurchsichtig und gestellt. Trotzdem ich diesen Abschnitt ein weiteres Mal gelesen hatte, konnte ich nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet Mathieu ihr hilft. Schönheit oder die Tatsache, dass sie etwas gemeinsam haben, kann es nicht gewesen sein. Hier hätte die Autorin etwas genauer drauf eingehen müssen, damit es realistischer wirkt.
Nichtsdestotrotz ist es schön zu lesen, dass die beiden Protagonisten so gut miteinander auskommen. Ihre Reise nach Paris ist voller Spannung und Nervenkitzel. Mit wenig Mitteln sind sie auf der Flucht, müssen überleben, mit einigen Tricks an Geld kommen und aufpassen, dass man ihnen nicht auf die Spur kommt. Dabei achtet die Autorin strickt darauf, dass ihre Protagonisten immer ehrlich, freundlich und naiv daherkommen. Teilweise ist es faszinierend zu lesen, wie blauäugig die Zwei mit manchen neuen Situationen umgehen, und dadurch in Gefahren geraten, die authentisch dargestellt wurden. Man hatte nicht das Gefühl, dass hier versucht wurde die Protagonisten immer gut wegkommen zu lassen. Oft haben sie Glück, aber oft müssen sie um ihr Leben fürchten. Dadurch wird es nur selten etwas langatmig.

Dazu kommt die zarte Liebesgeschichte die sich hier anbahnt. Unverdorben und mit wenigen Worten beschrieben, ahnt der Leser mehr als das er durch Sex und nackte Tatsachen gefesselt wird. Dies ist einer der Gründe, warum mir die Liebesgeschichte besonders gut gefällt. Das es hier ein Happy End gibt, ist da alles andere als kitschig. Kitschig finde ich eher den Schluss, als der weitere Verlauf von Ambra, Mathieu und ihrer Ehe im Zeitraffer geschildert wird. Es ist interessant und beantwortet die Fragen, die Leser am Ende der Geschichte sonst gehabt hätten, aber einige Details wirkten nur kitschig.

Generell wirkte der Schluss etwas abgehackt. Das liegt daran, dass Angeline Bauer eine Idee einbaut, die Spannung fördert und statt dies wirklich auszukosten, sucht sie verzweifelt nach einem schnellen Ausweg. Dieser wirkt zwar logisch aber deplatziert.

Ansonsten ist das Buch flüssig zu lesen und es macht großen Spaß. Auch andere Ansätze hätten mehr ausgebaut werden können, aber den Lesefluss hemmt es nicht. Im Gegenteil es verkürzt ihn eher. Für meinen Geschmack hätte die Autorin gerne 50 Seiten mehr daraus machen können. Da sie es aber nicht hat, ist es eben ein kurzweiliges und leichtes Vergnügen mit minimalen Schwächen.

===Bewertung===

Die Seifensiederin“ ist ein Werk, welches sich mit einer interessanten historischen Seite befasst - der Hexenverfolgung auf Grund der Tatsache, dass man etwas anders ist. Die Autorin setzt die Thematik gekonnt und bildhaft um, baut ausreichend Spannung ein, nutzt jedoch einige Ansätze nicht aus. Diese kleinen Schwächen sorgen für eine Empfehlung und drei Sterne.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Zitat S. 33:

Mit ihrem toten Kind auf den Armen rannte sie über die Straße, die Finger in das leblose Bündel gekrallt, die Lippen zusammengepresst. Ohne zu rufen oder an die Tür zu pochen, stemmte sie sich mit der Schulter dagegen und stieß sie auf. Die Tür krachte gegen die Wand. Schnee flog mit ihr in die Stube. Lisette hielt anklagend den Leichnam hoch, tat noch einen Schritt hinein – doch dann blieb sie wie angewurzelt stehen.



© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 16.9.11


26.09.2011

Lazarus, Arnold: Ich kann, wenn ich will


==Anleitung: Wie schaffe ich alles==

Jetzt wollen wir drangehen, Ihnen zu zeigen, wie Sie es schaffen können, sich zu ändern. Wir wollen den spezifischen Ansatz darstellen, der in diesem Buch ausgeführt ist. Denken Sie daran: Die Menschen machen fälschlicherweise äußere Faktoren für ihre Stimmungen und ihr Verhalten verantwortlich ( Zitat S. 21 zum Einblick in den Stil)
   

===Zitierter Klappentext===
Wer darunter leidet, sich hilflos zu fühlen, sich nicht durchsetzen zu können, einsam zu sein, wer Angst vor Risiken hat und sich zwanghaft bemüht, es allen recht zu machen, dem hilft dieses Buch, selbständig, ohne Hilfe eines Therapeuten, seine Probleme zu überwinden.

===Meine Meinung===
Ich kann, wenn ich will“ ist ein Buch, welches psychologische Selbsthilfe bringen soll. Der Autor verfügt über jahrelange Erfahrung, die er in seinen Ratgeber hat einfließen lassen. Gleich zu Beginn gibt es ein ausführliches Inhaltsverzeichnis. Dort fällt als erstes auf, dass auf 20 Fehler eingegangen wird. Es handelt sich um Fehler, wie zum Beispiel „Eine Therapie kann mir schaden“ oder „Ich wünschte, ich wäre jemand anderes“. Es sind Aussagen, die früher oder später jeder einmal von uns gedacht hat. An Hand eines Beispiels und späteren Aussagen, was die Person augenscheinlich dachte, wird der eigentliche Fehler konzipiert und auseinandergenommen. Danach wird aufgezeigt, wie man sich durch ein Überdenken der Gedanken und ein korrigieren der eigenen Handlungen seine Einstellung ändern kann.

Eigentlich ist diese Umsetzung sehr gut gewählt. Es wirkt alles andere als trocken und durch die Beispiele und die verständlichen Gedanken weiß man genau, was der Autor eigentlich vermitteln möchte. Selbst die einsamste und schüchternste Person bekommt hier Anleitungen, wie sie zu einer selbstbewussten Persönlichkeit werden kann. Man muss sich lediglich seinen Fehler oder seine Fehler heraussuchen, die Problematik verstehen und mit jedem Tag den Lösungsansatz im Alltag anwenden. Übung bringt auch hier den Meister.

Leider sind die aufgeführten Fehler in meinen Augen nicht immer Fehler. Es kommt hier auf die Auslegung und den Fall eines jeden Einzelnen an. Manche Leute denken in bestimmten Situationen ähnlich sind aber noch lange von einer Depression, die hier bei jedem Fehler irgendwie vorausgesetzt wird, entfernt. Zum Beispiel litt eine Frau unter Depressionen und Angstzuständen, weil sie ihren Freunden alles recht machen wollte. Da aber jeder etwas anders von ihr verlangte, was einfach nicht kombinierbar war, zerbrach sie daran. Viele Leute versuchen es anderen recht zu machen. Gerade wenn die Freundschaft wichtig ist. Trotzdem sagen viele auch mal ihre Meinung, wenn es drauf ankommt, und bekommen auch keine Angstattacken.

Ich habe mir das Buch durchgelesen, da ich es interessant fand und einige dieser Fehler in meinem Verhalten wiedererkannt habe. Am Ende war ich einfach nur enttäuscht. Im Grunde sagt der Autor aus, dass man alles erreichen kann, wenn man es nur selbst will. Dies ist eine Aussage, ein Motto, welches schon meine Großmutter immer gesagt hat. Wären die Lösungsansätze wenigstens etwas besser, dann könnte ich mit dieser einfachen Lösung leben. Aber auch hier findet man nur kleine Gedankengänge, die man auch so schon weiß. Zum Beispiel: Man denkt, dass ein anderer Mensch besser ist, und wünscht sich, weil man nicht perfekt ist, ein anderer Mensch zu sein. Gerade wenn etwas total mies läuft, man eine Trennung hinter sich hat oder aus einem anderen Grund unglücklich ist, dann denkt jeder mal diesen Satz. Als Korrektur wird angesetzt, dass die Person einfach nur denken muss, dass der Gegenüber zwar besser in gewissen Bereichen, aber deswegen noch kein besserer Mensch ist. Solche Hilfestellungen sind nicht falsch, aber einer Person, die wirklich depressiv ist, hilft eine solche Lösung nicht. Da hilft schon eher die Tatsache sich zu sagen, was man selbst besser kann, als die Person, die man für besser hält. Schließlich ist jeder Mensch in einem Bereich besser als ein anderer.

An Hand von Tabellen oder Wochenplänen soll festgehalten werden, wie oft man in sein altes Muster zurückgefallen ist. Dialoge sollen die Umsetzung unterstützen. Dies sind aber weitere Hilfestellungen, die nur bedingt helfen. Da helfen die fünf Fallbeispiele am Ende schon etwas mehr. Hier soll das eben gelernte noch einmal veranschaulicht werden.

Im Groben und Ganzen erkennt das Buch einige Fehlgedanken und zeigt auf, durch welche man sie ersetzen kann. Wer aber wirklich depressiv ist, Panikattacken bekommt oder schon so eingefahren ist, dass er wirklich Hilfe braucht, dann nützt dieses Buch gar nichts. Es sind lediglich einfache Denkanstöße, die einem wirklich kranken Menschen niemals helfen würden. Trotzdem ist die Idee nett.

===Bewertung===

Ich kann, wenn ich will“ ist ein einfacherer Ratgeber zur Selbsthilfe bei falschen Gedanken, die das Selbstbewusstsein schmälern. Allerdings sind die Lösungsvorschläge alles andere als konstruktiv und helfen nur die schlechten Gedanken durch minimal bessere zu ersetzen. Aus diesem Grund gibt es lediglich zwei Sterne. Man lernt einfach nichts neues.

===Buchdaten===
Autor: Arnold Lazarus
Titel: Ich kann, wenn ich will
Originaltitel: I Can if I want To
Verlag: dtv
Erschienen: 2001
ISBN-10: 3423085517
ISBN-13: 9783423085519
Seiten: 124
Kosten: 12,95€



24.09.2011

Hitchcock, Alfred: Die drei ??? und die Silbermine



Dann hörten die drei ???, wie Allie ihre Taschenlampe fallen ließ. Klirrend stürzte sie aufs Gestein und Glas splitterte. Am Ende des dunklen Seitenganges stieß Allie einen markerschütternden Schrei aus. Sie schrie und schrie und hörte nicht mehr auf. ..“ ( Zitat zum Stilverändtnis S. 46)

   

===Zitierter Klappentext===
Eine stillgelegte Silbermine weckt die Neugier der drei Detektive. Warum kauft der steinreiche Makler Thurgood ausgerechnet ein verlassenes Bergwerk? Woher kommt das Donnern aus der Tiefe? Und warum versucht Thurgood mit allen Mitteln, Fremde von der der Mine fern zu halten? Heimlich erforschen Justus, Bob und Peter das Stollenlabyrinth. Dort machen sie einen schaurigen Fund ..

===Meine Meinung===
Die drei ??? verzaubern seit vielen Jahrzehnten junge und alte Leser. Obwohl es eigentlich für Leser ab 11 Jahren ausgelegt sind, gibt es noch viel Erwachsene, die regelmäßig die Abenteuer der Drei verfolgen.

In dem Band „Die drei ??? und die Silbermine“ zieht es Justus, Bob und Peter auf die Weihnachtsbaumplantage von Allies Onkel. Allie wittert einen Fall, da der Makler Thurgood, der die alte Silbermine gekauft hat, sie von seinem Grundstück schmeißt. Anfänglich glaubt keiner der Detektive, dass tatsächlich ein Fall vorliegt. Trotzdem lassen sie sich die Erfahrungen auf der Plantage nicht entgehen. Vor allen Dingen da zu Hause nur die Arbeit auf dem Schrottplatz auf sie wartet. Vor Ort sieht es jedoch ganz anders aus, als sie auf ihrer Erkundungstour im Bergwerk eine Leiche entdecken. Der Fremde ist ein flüchtiger Verbrecher, der zudem verdächtigt wurde, bei einem Überfall, bei dem 250.000 Dollar erbeutet wurden, dabei gewesen zu sein. Klar, dass die drei ??? da einen Fall wittern und dabei in tödliche Gefahr geraten.

In meiner Jugend und auch später habe ich immer wieder neuere und ältere Werke der drei Fragezeichen gelesen. Es ist leichte Unterhaltung, die durch das eigene Mitraten und den Versuch die Geschichte vor den Detektiven zu lösen für genügen Spannung sorgt.

Das Buch beginnt mit einem üblichen Vorwort seitens Alfred Hitchcock, der die drei Detektive einmal genau vorstellt. Wer sie kennt, kann dies überspringen, aber gerade für neue Leser ist diese Einleitung sehr hilfreich.

Nach der Einleitung geht es gleich zum neusten Fall der Detektive. Das dieses Abenteuer eigentlich aus der Feder einer Frau stammt, tut dem Inhalt nichts ab. Es wäre lediglich vom Vorteil wenn man den Fall „Die singende Schlange“ vorab gelesen hat, denn ein altbekanntes Gesicht aus diesem Fall, Allie, übernimmt auch hier eine tragende Rolle. Ich für meinen Teil, kann mich an diesen Band nicht erinnern. Trotzdem konnte ich mir durch die kleine Auffrischung gut vorstellen, warum die Protagonistin von Bob, Peter und Justus als Nervensäge deklariert wird. Das diese ausgerechnet mit einem neuen Fall zu ihnen kommt, passt ihnen so gar nicht. Anfänglich ist auch kein wirkliches Geheimnis erkennbar. Als Leser weiß man zwar, dass definitiv mehr dahinter steckt, aber worauf dieser Band nun hinausläuft ist längere Zeit unklar.

Die Idee, dass das neue Abenteuer auf einer Weihnachtsbaumplantage spielt, ist einerseits sehr kreativ, aber auf der anderen Seite auch recht verwirrend. Ich wusste nicht mal, dass Weihnachtsbäume zurechtgeschnitten werden. Genauso finde ich es unverantwortlich den jugendlichen Protagonisten eine Machete für diese Arbeit in die Hand zu geben. Zwar spiegeln sie damit eine gewisse Verantwortung wieder, aber manche Leser könnten die Situation als weniger gefährlich einstufen, weil es sich so leicht anhört.

Die ersten Seiten dieses Teiles dümpeln eher daher, als das sie mit Spannung versehen sind. Ein Geheimnis, wie es sonst der Fall ist, kann man einfach nicht erkennen. Erst als die Detektive bei einem Erkundungsgang eine Leiche finden, ist ihnen klar, dass der Besitzer der Silbermine. Ab diesem Punkt werden sicherlich einige Leser empfinden, dass die Spannung los geht. Für meinen Geschmack schleicht auch hier die Geschichte unspannend voran. Die Ermittlungen wirken teilweise etwas dürftig und wichtige Hinweise fliegen den Dreien immer an Stellen zu, wo ihre eigentlichen Ermittlungen sich im Sande verlaufen. Erst zum Ende hin wird es in meinen Augen wieder richtig spannend. Von Entführungen, über Explosionen und Verfolgungsjagden ist alles dabei. Dies hätte im vorherigen Verlauf deutlich mehr eingebaut werden können.

Der lehrreiche Aspekt, den man bei vielen Jugendbüchern findet, ist bei dieser Ausgabe nicht unbedingt ausgeprägt. Ohne Absicherung in einen Minenschacht gehen, obwohl bekannt ist, dass es dort schon Todesopfer gab oder der Umgang ohne Schutz mit einer Machete, finde ich nicht gerade vorbildlich. Auf der anderen Seite ist Allie aber so verantwortungsbewusst, dass sie ohne Führerschein nur auf dem Grundstück ihres Onkels fährt und dies nicht ausnutzt.

Nachdem das Grundgerüst für den Fall endlich sichtbar geworden ist, kann der Leser nach Herzenslust rätseln, was er vermuten würde. Kleinere Hinweise gibt es an Hand von Aussagen und Fragen die Alfred Hitchcock persönlich einwirft. Manche sind nützlich, andere weißen den Leser in meinen Augen aufs Glatteis. Ich muss gestehen, dass ich bei diesem Werk auch bis zum Schluss auf der langen Leitung stand und nicht auf die grundlegende Schlussantwort kam. Daran erkennt man schon die Kreativität der Autorin.

Der Stil unterscheidet sich nicht von den anderen Bänden der drei Fragezeichen. Im Gegenteil, er lässt sich locker lesen, ist kindgerecht spannend und spricht auch nach vielen Jahren die Leser noch an. Lediglich manch langer und in die Länge gezogener Dialog ist im Buch störender als bei den Hörspielen. Trotzdem ist alles sehr bildhaft geschildert, sodass man Schauplätze oder Figuren direkt vor seinem Auge sehen kann. Ideal für die jungen Leser.

Das Alter ist mit 11 Jahren in Ordnung. Ich selbst habe diese Bücher zwar schon im Alter von 8 Jahren verschlungen, aber da sie doch ein gutes Textverständnis voraussetzen, mit ihren Spannunghöhepunkten manchen Lesern auch Alpträume bescheren kann, ist die Altersempfehlung schon nicht verkehrt als Richtlinie für Eltern.

Auch wenn es anfänglich etwas langatmig erscheint, ist es doch zum Ende hin sehr spannend gehalten und macht den Anfang wieder wett. Aus diesem Grund kann ich das Buch jedem Fan der Reihe oder für Neueinsteiger empfehlen.

===Bewertung===

Hobbie-Detektive kommen mit diesem Teil der drei Fragezeichen ganz auf ihre Kosten. Hier kann bis zum Schluss am Fall mitgeraten werden. Anfangs etwas langatmig, gibt es zum Schluss eine ordentliche Ladung Action. Dafür gibt es vier Sterne.

===Buchdaten===
Autor: Alfred Hitchcock
Titel: Die drei ??? und die Silbermine
Originaltitel: The Mystery Of Death Trap Mine
Verlag: Omnibus
Erschienen: 2004
ISBN-10: 3570211835
ISBN-13: 9783570211830
Seiten: 160
Kosten: 6,00€
Serie: Die drei ???



22.09.2011

Knowles, Anne: Ich helf dir in den Sattel


==Ich leide an Muskeldystrophie==
   

===Buchdaten===
Autor: Anne Knowles
Titel: Ich helf dir in den Sattel
Originaltitel: The Stirrup and the Ground
Verlag: Schneider Buch
Erschienen: 1991
ISBN-10: 3505042870
ISBN-13: 9783505042874
Seiten: 155
Alter: ab 12
Einband: gebundene Ausgabe
Kosten: gebraucht ab 1€
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Anne Knowles erzählt von einem verwunschenen, alten Haus in England, von einer kleinen Ponystute und von einem Mädchen und einem Jungen, zwischen denen eine besondere Freundschaft beginnt.

===Meine Meinung===
Ich helfe dir in den Sattel“ ist ein Buch, welches in mehrere Sparten passt. Pferde, Freundschaft und Mädchenbuch sind so die groben Richtungen. Dadurch richtet sich die Lektüre eher an Mädchen ab 12 Jahren.

Der Leser begleitet Cathy, die mit ihren Eltern auf einen alten Hof zieht, den ihr Vater geerbt hat. Dieser Hof steht mitten in einem Wald und eignet sich hervorragend für den landwirtschaftlichen Betrieb, den sich ihr Vater schon seit Jahren wünscht. Nicht weit vom Wohnhaus entfernt, wohnt Mark mit seiner Mutter. Als Cathy und er sich kennenlernen, prallen zwei Welten aufeinander. Cathy ist völlig gesund,während Mark an einer Muskeldystrophie leidet und im Rollstuhl sitzt. Nach und nach bahnt sich eine tiefe Freundschaft an. Für Cathy ist es daher nur selbstverständlich Mark zu helfen, als dieser immer depressiver wird. Er wünscht sich laufen und frei fühlen zu können. Beides kann er nur auf dem Rücken eines Pferdes, aber in der näheren Umgebung ist dies nicht möglich. Kurzer Hand beschließt die Familie für Mark ein Pferd zu kaufen. Das passende Pferd wird gefunden, aber um es sich leisten zu können, muss Cathy mit der vorherigen Besitzerin Freundschaft schließen. Leichter gesagt als getan, denn nach einem Reitunfall ist das Mädchen ebenfalls leicht behindert und drei Welten zu vereinen ist fast unmöglich. Doch dann geschieht ein Wunder.

Der Einstieg in das Buch beginnt mit den Umzug nach Immenhort. Der Leser erfährt die Hintergründe und lernt die beteiligten Protagonisten kennen. In meinen Augen ist die Vorstellung der Hauptfiguren jedoch spärlich gehalten. Zum Beispiel fragte ich mich bis zur letzten Seite wie alt Cathy und Mark eigentlich sind. Der Leser kann es grob ahnen, wenn man von der Altersempfehlung des Buches aus betrachtet, aber ansonsten gibt es keinerlei Hinweise. Das gleiche gilt auch für das Land. Ahnen ja, aber ich hätte es besser gefunden, wenn es konkrete Hinweise gegeben hätte.
Nichtsdestotrotz kam ich gut in die eigentliche Handlung. Die blassen Charaktere schadeten der eigentlichen Geschichte nur minimal. Das eigentliche Augenmerk von Anne Knowles ist auf die Thematik „Behinderung bei Jugendlichen“ gerichtet. Hier beschreibt sie ausführlich die Problematiken, Ängste und Wünsche solcher Kinder. Anfänglich beleuchtet sie das Thema nur aus der Sichtweise von Mark. Dieser leidet an einer angeborenen Krankheit und ist an den Rollstuhl gefesselt. Seine Gefühlswelt beschreibt sie ausführlich und anschaulich, sodass selbst ein „gesunder“ Mensch sich hineinversetzen kann. Nur die Krankheit selbst erwähnt sie lediglich am Rande. Was sich genau dahinter verbirgt hätte in meinen Augen mit mehr Fakten erklärt werden müssen. Selbst als jüngere Leserin hätte mich dies interessiert. Wenn ich schon von einer unbekannten Krankheit erfahre, dann will ich auch mehr darüber wissen. Zwar konnte ich nachlesen und an Hand der wenigen Hinweise erahnen, welche Krankheit dahintersteckt, aber erahnen wollen Kinder nicht. Neben dieser angeborenen Krankheit versucht die Autorin auch aufzuzeigen, wie sich Kinder fühlen, die nach einem Unfall eine Behinderung haben. Die unterschiedlichen Gedanken und Ängste werden authentisch wiedergegeben.
Um die traurige Grundstimmung rund um Mark und Fiona etwas aufzulockern, wird nebenbei die Geschichte von Immenhort erzählt. Es ist interessant zu lesen und peppt das Buch in meinen Augen gewaltig auf. Zudem versucht Anne Knowles mehr Leser anzusprechen, indem sie ebenfalls eine Pferdegeschichte einbaut. Beide Ideen hat sie gut umgesetzt. Allerdings kommt während der gesamten Schilderung keinerlei Spannung auf. Für ein Kinderbuch ist zumindest ansatzweise Spannung wichtig. Alles klappt, es gibt keine größeren Steine und auch sonst passiert nichts, wo ich sage würde, dass es mitreißt und zum Lesen animiert. Die Idee ist nett und es lässt sich auf Grund des leichten, kindgerechten Stils perfekt lesen, aber es ist kein Buch, welches ich als Kind oder auch jetzt als Mutter ein weiteres Mal lesen würde.

Meine Nichte hat ebenfalls das Buch gelesen und fand es interessant einmal in die Gedankenwelt einer behinderten Person einzutauchen. Sie versteht nun manche Handlungen und Ängste wesentlich besser. Allerdings fand auch sie es schade, dass aus dem vorhandenen Material nicht zumindest ein kleiner Spannungshöhepunkt eingebaut wurde. Einmal lesen ok, aber das war es dann auch schon.

Empfehlen kann ich das Buch, aber auch nur, weil ich die Thematik rund um behinderte Kinder sehr wichtig finde. Es ist keine Seltenheit und viele Jugendliche gehen mit einer solchen Situation anfänglich völlig falsch um, wenn sie auf eine solche Person treffen.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Leseprobe, die auf dem Klappentext zu finden ist:


Als Major Elton die zierliche Ponystute aus der Box des geplegten, alten Stalles führte, wußte Cathy mit absoluter Sicherheit: Dies war das Pony, nach dem sie gesucht hatten. Moirag hatte glänzendes, cremefarbenes Fell, einen langen, blauschwarzen Schweif, und von der gleichen dunklen Brombeerfarbe waren Mähne und Stirnlocke, die ihr über Hals und Ohren fielen. Gelassen und zutraulich sah das Pony sie an ...


===Bewertung===

Ich helf dir in den Sattel“ ist ein Werk, welches ein wichtiges Thema anschaulich erklärt. Ansonsten nutzt die Autorin die vorhandenen Bereiche nicht genügend aus, um Spannung oder Fesselung zu erzeugen. Aus diesem Grund gibt es lediglich drei Sterne.


© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 18.9.11

20.09.2011

Holt, Victoria: Herrin auf Mellyn


==Wozu eifersüchtige Frauen fähig sind...==

  

===Buchdaten===
Autor: Victoria Holt
Titel: Herrin auf Mellyn
Originaltitel: Mistress of Mellyn
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1994
ISBN-10: 3404120493
ISBN-13: 9783404120499
Seiten: 297
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 1€ bei Ebay
Serie: -
===Zitierter Klappentext===
Ohne etwas Böses zu ahnen, nimmt die junge Martha Leigh eine Stelle als Erzieherin auf Schloß Mellyn an. Die ihr anvertraute Alvean, Tochter des Schloßherrn Connan TreMellyn, macht ihr die Aufgabe nicht gerade leicht, und auch der Vater behandelt sie mit herablassender Arroganz. Die beherzte Leigh läßt sich jedoch nicht so schnell einschüchtern. Aber als sie dem Geheimnis der toten Schloßherrin auf die Spur kommt, ist sie plötzlich ihres Lebens nicht mehr sicher.

===Meine Meinung===
Eigentlich bin ich ein großer Fan der Autorin Victoria Holt. Leider hat mich das letzte Werk, welches ich von ihr gelesen habe, „Der Schloßherr“, nicht gänzlich überzeugt. Genauso war es mit dem kürzlich gelesenen Buch von ihrem Pseudonym Philippa Carr. Aus diesem Grund ging ich etwas vorsichtig an diesen historischen Roman.

Marha Leigh, die von allen nur Miss Leigh oder Marty genannt wird, muss eine Stelle als Gouvernante auf Schloss Mellyn annehmen, da sie keinen Mann zum Heiraten gefunden hat. Alvean, die Tochter des Schlossherrn, hat letztes Jahr ihre Mutter durch einen tragischen Unfall verloren, und wird von ihrem Vater kaum beachtet. Miss Leigh nimmt sich ihrer an und schafft das Unmögliche. Alvean und sie freunden sich an. Eigentlich könnte alles so schön sein, wäre Marty nicht in ihren Arbeitgeber verliebt, denn damit gerät sie in tödliche Gefahr genau wie seine verstorbene Frau. Doch hinter das tragische Geheimnis um Alice Tod muss Miss Leigh unter lebensbedrohlichen Umständen kommen.
Ob es ihr gelingt am Leben zu bleiben und wie es mit ihrer heimlichen Liebe verläuft, müsst ihr selbst nachlesen.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit der Anreise von Miss Leigh. Der Leser erfährt, warum die junge und in meinen Augen attraktive Dame eine Stelle als Gouvernante antreten muss. Mit ihrer Beschreibung als selbstbewusste, energische und warmherzige Person, hat die Autorin eine Protagonistin erschaffen, die mir sofort sympathisch war. Ich konnte mich ohne Probleme in ihre Denkweise hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen. Damit hatte mich Victoria Holt schon einmal überzeugen können.
Auf dem Schloss angekommen, gab es mehrere Geheimnisse und zahlreiche Möglichkeiten, wie die Geschichte ihren Verlauf nehmen würde. Victoria Holt hat sich viele Optionen offen gelassen und schaffte damit eine angenehme Spannung, die den Leser mitraten lässt, jedoch mit keinem guten Thriller mithalten kann. Das ist aber nicht schlimm, denn die verwendete Portion Spannung ist genau richtig gewählt. Zum Schluss hin steigt der Spannungsfaktor deutlich an, und lässt den Leser nicht mehr los. Ich muss zugeben, dass ich zwar einen wagen Verdacht hatte, aber diesen immer wieder verdrängt habe, bis die Auflösung rund um den mysteriösen Tod der ersten Frau des Schlossherrn folgte. Die Lösung ist zwar nicht ideal erklärt, aber mit einigen eignen Gedankengängen ist sie völlig logisch und passend.

Wie bei historischen Werken von Victoria Holt ist es üblich, dass es neben einem Hauch von Krimi oder Thriller immer Romantik eingebaut ist. In diesem Fall fand ich den romantischen Anteil eher schwach beschrieben. Es wirkte gekünstelt und herbeigeführt. Die Autorin beschreibt Beweggründe, die ich aus dem Inhalt selbst so nie herauslesen konnte. Das fand ich einfach nur schade. Statt die Liebesbeziehung realistischer zu gestalten, wirkte dies alles andere als authentisch und machte für mich weniger Spaß, sie zu lesen.

Der historische Hintergrund war ebenfalls schwach gestaltet. Erkennt man sonst in der Regel in welcher Zeit die Werke von Victoria Holt spielen, ist es in diesem Buch ein großes Fragezeichen. Ich persönlich konnte nur Vermutungen anstellen und fand das etwas traurig. Sie beschreibt zwar Schauplätze, Charaktere und Co. detailliert, anschaulich und lebendig, aber ich fragte mich immer wieder ob die Geschichte noch im 19. oder schon im 20. Jahrhundert spielt. Ein solches Detail sollte erkenntlich sein, wenn man einen historischen Roman verfasst. Ansonsten lässt sich die Geschichte wirklich flüssig lesen und trotz kleiner Schwächen war es für mich ein kurzzeitiges Lesevergnügen. Der anschaulich, farbenfrohe und lebendige Stil sorgten dafür, dass ich das Buch innerhalb von drei Tagen durchgelesen hatte.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gerne historische Romane liest. Der Romantik-Anteil ist zwar kein Highlight, sondern für die Autorin eher schwach, aber es lässt sich gut lesen und fesselt trotz kleiner Mankos.

===Bewertung===
Herrin auf Mellyn“ ist ein historischer Roman, der Romantik mit Spannung vereint. Beim Schluss muss man sich vieles denken und die Romantik ist künstlich, aber nichtsdestotrotz ein lesenswerter Roman. Dafür gibt es gute drei Sterne.


© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 12.9.11


19.09.2011

Carr, Philippa: Die Dame und der Dandy


==Eine unvergessliche Reihe==
   

===Buchdaten===
Autor: Philippa Carr
Titel: Die Dame und der Dandy
Originaltitel: The drop of the dice
Verlag: Heyne
Erschienen: 1985
ISBN-10: 345387868X
ISBN-13: 9783453878686
Seiten: 378
Einband: TB
Kosten: ab 6€ bei Amazon
Serie: Töchter Englands

***Die Reihe***
1972 Geheimnis im Kloster
1974 Der springende Löwe
1975 Sturmnacht
1976 Sarabande
1977 Das Licht und die Finsternis
1978 Die venezianische Tochter
1979 Die Halbschwestern
1981 Die Dame und der Dandy
1982 Die Erbin und der Lord
1983 Im Sturmwind
1984 Im Schatten des Zweifels
1985 Der Zigeuner und das Mädchen
1986 Sommermond
1987 Das Geheimnis von Saint Branok
1988 Das Geheimnis im alten Park
1989 Der schwarze Schwan
1990 Zeit des Schweigens
1991 Ein hauchdünnes Band
1992 Wiedersehen in Cornwall

===Zitierter Klappentext===


Frankreich, Schottland und England sind das politische Spannungsdreieck, in dem die Geschichte der schönen Clarissa abläuft. Frankreich war für ihren Vater, Lord Hessenfield, ein Parteigänger Jakob II und der katholischen Stuarts, Exil und Endstation seines Lebens. Für Clarissa bleiben aus dieser Zeit nur Erinnerungen, sie kehrt in die Geborgenheit einer großen und reichen Familie nach England zurück. Aber der politische Streit schwelt weiter. Nichts ahnend gerät Clarissa in eine Runde jakobitischer Verschwörer, denen sie zur Flucht verhilft. Unter ihnen trifft Clarissa ihre erste Liebe. Er bleibt der Fixstern in ihrer Erinnerung. Das Schicksal aber führt sie in die Arme von Lord Lancelot, ein Charmeur und Dandy, dessen Leidenschaften Würfel, Karten und Rennpferde sind.

===Meine Meinung===
Eigentlich bin ich ein großer Fan von Victoria Holt, sodass ich mich auch gerne an ein Werk unter ihrem weiteren Pseudonym Philippa Carr heranwagen wollte. Unter diesem Pseudonym hat die Autorin eine ganze Saga erschaffen.

In diesem achten Band begleitet der Leser Clarissa, die nach dem Tod der Eltern von ihrer Tante Damaris von Frankreich nach Englang zurückgebracht wird. Dort erwartet sie eine riesige Familie, die sie liebevoll aufnimmt. Nach und nach erfährt die Wahrheit über ihre Mutter und ihren angeblichen Vater Lord Hessenfield. Jahre später lernt sie sogar ihre Halbschwester, die aus einer anderen Affäre ihres Vaters stammt, kennen. So wirklich zur Ruhe kommt Clarissa in all den Jahren nicht. Die angespannte politische Situation führt letzten Endes dazu, dass sie entführt wird. Dank eines Jungen, den Neffen des Anführers, in den sie sich auch verliebt, gelingt ihr die Flucht. Damit beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der ihr eine unglückliche Ehe mit Lance, einem spielsüchtigen Lord, beschert und sie in noch größere Gefahr bringt.

Der historische Roman beginnt viel versprechend. Die Geschichte beginnt 1715 und der Leser wird mit der Protagonistin Clarissa und ihrer Geschichte vertraut gemacht. In einer Art Rückblende erfährt man die letzten Jahre. Leider bleibt die Protagonistin trotz detaillierter Beschreibungen undeutlich. Ich konnte sie mir weder vorstellen, noch gelang es mir, mich in die Figur hineinzuversetzen. Gefühle, Handlungen und Gedankengänge waren für mich aus diesem Grund nicht immer schlüssig. Dadurch war für mich das Buch schon einmal deutlich schwerer zu lesen. Eine blasse und unsympathische Hauptfigur nehmen die Lust und Freude an einem Buch.

Neben der schwachen Protagonistin fand ich mich recht schnell in die damalige Zeit hinein. Dadurch merkte ich anfänglich gar nicht, wie schnell die Seiten voranschritten. Nach 150 Seiten legte ich zum ersten Mal richtig das Buch aus der Hand und fragte mich, wann es endlich mal spannend weitergehen würde. Unter ihrem anderen Pseudonym bin ich es einfach gewohnt, dass es ein Geheimnis gibt, welches erst am Ende gelöst wird und den Leser bis zum Schluss beschäftigt. Dazu gibt es stets eine gute Prise Spannung und Romantik. Dies ist unter ihrem Pseudonym Philippa Carr augenscheinlich nicht der Fall. Spannung kam nur minimal vor, sodass es stellenweise sogar richtig langweilig geschildert war. Romantik gibt es eine Menge, aber es gab nichts was mich wirklich auf den Schluss neugierig machte oder mich mitfiebern ließ. Selbst für einen historischen Liebesroman war dies schwach. Lediglich die damalige Zeit beschreibt die Autorin authentisch und ansprechend. Das alleine genügt in meinen Augen jedoch nicht.

Der Schluss barg auch keine große Überraschung und bestach auch nicht durch eine gute Idee. Im Grunde wusste ich schon nach 200 Seiten, wie das Werk ausgehen würde. Damit will ich nicht sagen, dass diese Wahl schlecht war oder mich in diesem Fall die Vorhersehbarkeit störte. Er passte und war ganz ansprechend umgesetzt. Mir fehlte einfach nur der gewisse Pepp, wie er auch schon während des gesamten Romans fehlte.

Im Groben und Ganzen ist dieser historische Roman sicherlich nicht schlecht. Mich persönlich konnte die Autorin unter dem Pseudonym Philippa Carr nicht gänzlich überzeugen. Eine gelungene historische Kulisse wird mit der schwachen Protagonistin und langatmigen Handlung zerstört. Aus diesem Grund kann ich das Werk nur empfehlen, wenn dem Interessenten schon andere Werke der Autorin unter diesem Namen bekannt sind. Es ist definitiv kein Vergleich zu Victoria Holt.

===Bewertung===

Die Dame und der Dandy“ ist der achte Band einer außerordentlichen, historischen Saga, die im alten England spielt. Eine ansprechende Kulisse, blasse Figuren, eine vorhersehbare Handlung ohne sichtbare Höhepunkte ergeben für mich zwei Sterne.


===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Zum Einblick in den Stil, gibt es ein kurzes Zitat von Seite 32:


Wieder ging ein Jahr vorbei. Ich war zehn Jahre, und überall wurde über den Waffenstillstand geredet, der den Krieg beenden sollte. Priscilla fand, daß es wirklich an der Zeit war. Sie konnte nicht begreifen, was es uns kümmerte, wer auf dem spanischen Thron saß. Urgroßvater Carleton sah sie an, schüttelte den Kopf und sagte nur ein Wort: „Weiber!“


© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 5.9.11

18.09.2011

Khoury, Raymond: Scriptum


==Wenn Autoren keine eignen Ideen haben==

===Buchdaten===
Autor: Raymond Khoury
Titel: Scriptum
Originaltitel: The last Templar
Verlag: rororo
Erschienen: 2005
ISBN-10: 3499242087
ISBN-13: 9783499242083
Seiten: 560
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 3,01€ bei Amazon
Serie: -
===Zitierter Klappentext===
Ein einfaches Kästchen – das größte Geheimnis der Christenheit In New York wird eine Ausstellung eröffnet: die kostbarsten Schätze des Vatikans – aber die vier Reiter, die den Abend in einem Blutbad ertränken, haben es allein auf ein verwittertes Holzkästchen abgesehen. Die zufällig anwesende Tess ist elektrisiert: Alle vier Angreifer waren wie Tempelritter gekleidet. FBI-Agent Sean Reilly erkennt schnell, dass die junge Archäologin ihm mit ihrem Wissen über Kirchengeschichte von unschätzbarem Wert ist. Welches Geheimnis verbarg sich in dem uralten Verschlüsselungsapparat? Was treibt den unsichtbaren Drahtzieher des Anschlags an? Tess und Reilly folgen ihm um die halbe Welt – bis sie schließlich merken, dass sie selbst die Verfolgten sind.

===Meine Meinung===
Scriptum“ ist eines der vielen Verschwörungs-Werke, die nach Dan Browns „Sakrileg“ und „Illuminati“aus den Boden schossen. Ab und an kann man ein solches Werk gerne mal lesen, aber nach einigen solchen Büchern, war ich sehr neugierig inwiefern sich „Scriptum“ hier abheben würde.

In diesem Buch wird der Leser in die Welt der Tempelritter entführt. Ein einfaches, unscheinbares Kästchen wird aus einer Ausstellung des Vatikans von vier Tempelrittern gestohlen. FBI-Agent Sean Reilly und die Archäologin Tess ermitteln zusammen, was sich hinter den Diebstahl und dem brutalen Massaker im Museum steckt. Dabei geraten sie selbst zwischen die Fronten und müssen um ihr Überleben kämpfen. Aus den Jägern werden binnen weniger Minuten die Gejagten.

Der Autor versucht schon in seinem Prolog mit grausamen Details die Leser auf seine Seite zu ziehen. Fast jedes neue Verschwörungs-Werk wird gerne mit Dan Brown verglichen und hat somit meist einen schweren Start. Im ersten Moment konnte mich Raymond Khoury mit den Informationen aus der Zeit der Tempelritter und des Kästchens begeistern. Actionreiche Kämpfe sind immer ein guter Aufhänger.
Nach diesem spannenden Einstieg versucht er auch weiterhin mit blutigen Details und viel Action zu überzeugen. Leider gelingt ihm das in meinen Augen fast gar nicht.

Es beginnt schon bei den blassen Charakteren. Zwar werden alle Klischees rund um Protagonisten, wie zum Beispiel Held, weibliche Begleitung und Bösewicht, eingebaut, aber mir persönlich gelang es auf den ganzen 560 Seiten keine richtige Verbindung zu den Figuren herzustellen. Optisch werden sie gut beschrieben. Ihre Gedankengänge und Handlungen blieben für mich jedoch oftmals ein Rätsel. Ich konnte mich weder hineinversetzen, noch mit einer Figur identifizieren. Teilweise wirkten die Charaktere dadurch sogar unsympathisch, wenn ich wieder eine Handlung unlogisch fand.

Neben den schwachen Charakteren musste ich schon nach 50 Seiten feststellen, dass Raymond Khoury definitiv viel Ähnlichkeit mit Dan Brown hat, wenn es um den Inhalt der Thriller geht. Man erkennt zwar deutlich, dass Raymond Khoury sich große Mühe gibt, sich abzuheben und einen eigenen Weg einzuschlagen, aber die Gemeinsamkeiten sind bei einem so bekannten Werk und eingegrenzten Thema deutlich sichtbar. Würde zumindest genügend Spannung aufkommen oder wirklich gute Wendungen, dann könnte man darüber hinwegsehen, aber „Scriptum“ ist absolut vorhersehbar. Es gab keine einzige Passage, wo ich nicht mit meinen Vorahnungen, bezüglich des weiteren Verlaufs, richtig lag. Da nützt auch nicht viel Action und detaillierte, teilweise sehr blutige Beschreibungen. Die Spannung dümpelte in seinem Mittelfeld vor sich hin. Immer wieder hatte ich die Hoffnung, dass es nun doch einmal mitreißend werden würde, aber selbst der Schluss war keine Überraschung und in meinen Augen arg schwach. Er ist kein Highlight und besticht auch nicht durch Nervenkitzel oder ließ mich auch an keiner Stelle die Luft anhalten. Ich war sogar sehr enttäuscht, als an diesem Punkt wirklich auffallende Ähnlichkeiten zu Dan Browns Werken sichtbar werden. Bei einem Schluss sollte ein Autor zumindest kreativ sein und ein anderes Ende wählen.
Nicht mal die Liebesgeschichte konnte mich überzeugen. Ich bin zwar eh nicht der Fan von Liebesgeschichten innerhalb eines Thrillers, aber solange sie glaubwürdig und gut geschildert sind, nehme ich sie gerne hin. In diesem Fall wirkte alles künstlich und aufgesetzt. Inhaltlich konnte mich dieses Werk wirklich mit keinem einzigen Aspekt überzeugen.

Auch der Stil schwächelt stark. Anfänglich fand ich die vielen blutigen Details wirklich passend. Später wurde ich es aber leid. Der Autor verliert sich gerne mit unwichtigen Details. Ich hatte oft das Gefühl, dass er wichtige Details auslässt und an den falschen Enden ins Detail geht. Zudem wirkt vieles einfach künstlich. Ich weiß, dass nur wenige Menschen gleich denken, aber immer wieder habe ich mich gefragt, ob es wirklich eine Person geben könnte, die so künstlich denken oder reden würde. Es klingt alles aufgesetzt. Spätestens nach der Hälfte des Buches nervt dieser Aspekt gewaltig.

Wie man merkt, bin ich eher enttäuscht und war wirklich froh, als ich dieses Werk endlich zurück ins Regal stellen konnte. Raymond Khourys „Scriptum“ war für mich ein absoluter Fehltausch. Aus diesem Grund gibt es von mir auch keine Empfehlung.

===Bewertung===

Scriptum“ ist ein Thriller, der sich sehr an den Verschwörungstheorien des Altmeisters Dan Brown orientiert. Neben einer schwachen Spannung und Darstellung der Protagonisten kann Raymond Khoury nur mit gravierenden Ähnlichkeiten, die sich bis zum Schluss deutlich zeigen, punkten. Für mich nur zwei Sterne.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Kurzes Zitat zum Einblick in den Stil aus dem Prolog:


Sie waren überall, hackten und hieben unter gellendem Kampfgeschrei mit Krummsäbeln und Äxten um sich, begleitet vom quälend monotonen Dröhnen der großen Kesselpauken vor den Festungsmauern. Er ließ sein Schwert mit aller Kraft niedersausen, spaltete einem Mann mit einem einzigen Hieb den Schädel und riss die Klinge sogleich zurück, um sich auf den nächsten Gegner zu stürzen. Zu seiner Rechten erblickte er Aimard de Villiers, der einem anderen Angreifer gerade seine Waffe in die Brust trieb und sich umgehend dem nächsten Feind zuwandte.



© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 4.9.11

17.09.2011

Bell, Lisa: Eine Glaubenssache



===Buchdaten===
Autor: Lisa Bell
Titel: Eine Glaubenssache
Verlag: Frieling & Huffmann
Erschienen: 2009
ISBN-10: 3828026753
ISBN-13: 9783828026759
Seiten: 192
Einband: TB
Kosten: 11,90€
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Weil Elisabeth und Lotta sich einig sind, dass nicht ihre Freundin Beate Herbert Morbach erschlagen hat, beginnen sie mit der Jagd nach dem wirklichen Mörder. Merkwürdigerweise führt dies sie zurück in ihre Vergangenheit als Klosterschülerinnen. Außerdem scheinen sie einem dunklen Familiengeheimnis auf der Spur zu sein. Als die wichtigste Zeugin ihnen ein schreckliches Geheimnis anvertraut und kurz darauf bei einem Autounfall ums Leben kommt, wollen die beiden nicht an einen Zufall glauben. Eine turbulente Mörderjagd durch die Straßen Kölns führt schließlich nach Italien an einen wahrhaft verzauberten Ort …

===Meine Meinung===
Krimis aus Deutschland gehören eher in die Kategorie „Mit Vorsicht zu genießen“. Es gibt wirklich nur wenige Autoren, die mich in diesem Genre überzeugen können. Trotzdem verspricht der Klappentext spannende Unterhaltung.

Elisabeth und Lotta lassen alles stehen und liegen, als sie erfahren, dass ihr beste Freundin Beate in Untersuchungshaft sitzt, statt sich um ihre 12jährige Tochter zu kümmern. Der Grund dafür ist ein gewisser Herbert Morbach, den sie angeblich erschlagen haben soll, als die Affäre nicht so verlief, wie sie es sich erhofft haben soll. Für die Freundinnen ist klar, dass dies alles Quatsch ist und der wahre Mörder noch durch die Straßen Kölns läuft. Kurzer Hand übernehmen sie selbst die Ermittlungen. Dabei stoßen sie auf ein Geheimnis, dass tödlicher nicht sein kann.

Schon der Aufbau dieses Werkes ist etwas gewöhnungsbedürftig, was aber eher am Verlag, als an der Gestaltung seitens Autorin liegt. Viel Text erschlägt den Leser anfänglich. Da helfen auch nicht die über 60 Kapitel, die immer wieder für Pausen sorgen. Trotzdem schafft es die Autorin durch einen tadellosen, spannenden Epilog den Leser zu fesseln. Immer wieder geht es in die Vergangenheit zurück und der Leser erfährt etwas über eine unbekannte Person, die sich in die geographischen Merkmale des Donau-Verlaufs flüchtet, wenn ihr Lebensgefährte sexuell aktiv wird. Klar, dass man wissen möchte, wer diese Frau ist, und was dies mit der Gegenwart zu tun hat.
Bedauerlicherweise ist dies auch schon der einzige Pluspunkt in dem Werk. Sonstige Spannung kommt nur selten auf. In meinen Augen ist die für einen Krimi tödlich. Nichts ist schlimmer als gähnende Langeweile.
Die deutlichen Sprünge erleichtern ein flüssiges Verfolgen der beiden Handlungsstränge. Unterstützt wird das Ganze auch noch optisch durch eine kursive Schrift. Auch sonst ist ein flüssiges Lesen, auf Grund des modernen, lockeren Stils möglich. Doch ein übersichtlicher Aufbau, viele Kapitel und ein flüssiger Stil, reichen nicht aus, um mich zu überzeugen.

Es fängt schon bei den Protagonisten an. Kopfkino ist hier Fehl am Platze. Für mich blieben die einzelnen Charaktere verschwommen. Zudem setzt die Autorin stark auf gleich klingende Namen, sodass ich oftmals Schwierigkeiten und Namen verwechselte. Mit steigender Seitenzahl wird dies zwar immer besser, aber gerade auf den ersten 60 Seiten litt der Lesefluss erheblich darunter.
Generell sind die verwendeten Details eher dürftig. Sie sind vorhanden, erschaffen aber nur ein schwaches Bild im Kopf des Lesers. Hätte Lisa Bell nicht mehrfach den Namen Köln einfließen lassen, ich hätte nicht gewusst, wo ich mich befinde. Diese schwachen Beschreibungen ziehen sich in alle Bereiche. Emotionen, Gedankengänge und andere Schilderungen sind allesamt blass, sodass ich oft Schwierigkeiten hatte etwas nachzuvollziehen.
In der Regel können solche detailschwachen Werke zumindest durch Spannung überzeugen. Doch auch in diesem Bereich konnte mich die Autorin nicht überzeugen. Erst zieht sich die Einleitung, wie die zwei Freundinnen zum Ermitteln kommen, in die Länge und immer wenn es dann mal spannend wird, erscheint dies doch recht flach beschrieben zu sein. Es reißt zumindest mich nicht mit. Die Ermittlungen schleppen sich voran und nach und nach lichtet sich das dunkle Geheimnis, welches noch einmal für eine kleine Überraschung sorgt. Das ist aber auch das einzig Positive zum Ende hin.
Die Idee den Tatort an eine Klosterschule zu verlegen, eine lesbische Ermittlerin und ein minderjähriges Kind einzubauen, sind lobenswert und mal etwas anderes. Genauso fand ich die Tatsache gelungen, dass keine Kriminalpolizei, sondern die Freundinnen ermitteln. Ich erwarte keine nervenaufreibenden Details, wie bei einem Thriller, aber zumindest etwas Spannung und gute kriminalistische Ermittlungen bei einem gelungenen Krimi. Oftmals hatte ich hier einfach das Gefühl, dass Hinweise einfach aus dem Nichts auftauchen damit die Handlung voranschreitet.

Diese Kombination aus schwachen Beschreibungen, wenig Spannung und zufälligen Hinweisen sorgt dafür, dass ich das Buch nicht wirklich empfehlen kann. Für einen Krimi ist es in meinen Augen zu schwach. Man merkt deutlich, dass es sich um einen Debüt-Roman handelt. Kurz gesagt, wieder ein deutscher Krimi, der durch Schwächen besticht.

===Bewertung===
Eine Glaubenssache“ ist in diesem Fall auch „Eine Frage des Geschmacks“. Langatmig, blass und alles andere als spannend wirkt der Debüt-Krimi von Lisa Bell. Ein interessanter Ansatz ist vorhanden, genügt allein jedoch nicht aus, sodass dieser regionale Krimi lediglich einen Stern für den überraschenden Schluss bekommt.


===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Diese kurze Leseprobe gibt es auf dem Buchrücken zu finden:


Sie leugnen, den Mann näher gekannt zu haben, Sie leugnen, zur Tatzeit in der Kapelle gewesen zu sein, Sie …“
Zur Tatzeit war ich auch nicht in der Kapelle, sonst wüsste ich ja, wer ihn umgebracht hat“, unterbrach Beate die aufgeregte Rede Schönfelds.
Der Anwalt atmete tief ein. „Richtig! – Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, mich zum Anwalt zu wählen?“ Er nahm ihr gegenüber Platz.


© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 30.8.11

16.09.2011

Dreisbach, Elisabeth: Steffa MAtt


==Folgenschwerer Sex==
   

===Buchdaten===
Autor: Elisabeth Dreisbach
Titel: Steffa Matt
Verlag: Christliches Verlagshaus
Erschienen: 1964
ISBN-10: 3767570084
ISBN-13: 9783767570085
Seiten: 189
Einband: HC
Kosten: gebraucht ab 0,96€ bei Amazon.de
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Steffa Matta, die begabte und feinsinnige Tochter eines Gebirgsbauern, lernt in der Abgeschiedenheit ihres Sennerinnendaseins einen Münchner Künstler kennen, der die Schönheit des Kleinen Walsertals malt. Dieses Bild soll sein Meisterwerk werden. Immer stärker wird das feine, unverdorbene Naturkind von der Liebe zu Tobias Heidmann erfüllt. Eines Tages verlässt er sie, kehrt nach München zurück, um von dort aus ins Ausland zu reisen. Mit der Erkenntnis, dass sie Mutter seines Kindes werden würde, beginnt für Steffa ein bitterer Leidensweg. Sie wird von der eigenen Mutter verstoßen. Aber auf wunderbare Weise wird sie mit der prächtigen Mutter Tobias Heidemanns zusammengeführt, die ihr zu großem inneren Gewinn wird. Frau Heidemann ist es gegeben, über Abgründe des Hasses und der Unversöhnlichkeit Brücken der Liebe zu schlagen.

===Meine Meinung===
Bücher aus dem „Christlichen Verlagshaus“ sind mir in der letzten Zeit besonders positiv aufgefallen. Sie sind lehrreich und trotzdem leicht zu verdauen. Dazu kommt, dass sie nur minimal christliche Werte vermitteln. Für Zwischendurch ist dies genau nach meinem Geschmack, sodass ich immer wieder gerne ältere Werke lese. Von Elisabeth Dreisbach ist es mein zweites Werk. „Glied in der Kette“ hatte es nicht schwer mich zu überzeugen.

In diesem Werk begleitet der Leser die junge Steffa Matt, die als Sennerin in der abgeschiedenen Bergwelt völlig aufgeht. Dort lernt sie Tobias kennen und verliebt sich in den jungen Mann. Die gemeinsame Nacht bleibt nicht ohne Folgen und neun Monate später bekommt sie einen Sohn. Tobias hingegen ist zurück in die Stadt, und zurück zu seiner Frau. Erst als seine Mutter ihrem unglücklichen Sohn zur Hilfe eilt, erkennt sie, was für ein Glück er hier gefunden hatte. Die Erkenntnis kommt jedoch zu spät.

Auf den ersten Blick klingt der Inhalt schon vom Klappentext her ansprechend. Genauso hatte ich mir das Buch von Elisabeth Dreisbach vorgestellt. Realistisch und nicht immer auf Happy End ausgelegt.
Der Einstieg in die Geschichte von Steffa Matt beginnt zu einem Zeitpunkt, wo sie schon ihren Sohn geboren hat. An Hand von Rückblenden erfährt der Leser nach und nach die Anfänge mit Tobias. Ihre Gefühlswelt hingegen wird in einem kleinen Buch festgehalten. Damit kommt schon das erste Manko auf. Es ist immer sehr schwer zu unterscheiden, was in ihrem Tagebuch steht und was sie selbst erzählt. Ich habe solche Wechsel lieber immer offensichtlich eingebaut, um nicht mitten beim Lesen diesen Aha-Effekt vorzufinden.

Neben diesen Manko ist die Geschichte, die wirklich ansprechend beginnt, schon nach rund 50 Seiten gänzlich uninteressant. Der angekündigte Leidensweg von Steffa wird gut beschrieben, endet allerdings abrupt und traurig. Damit habe ich nicht gerechnet und bin ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass dieser Weg ausführlicher beschrieben wird. Im Anschluss ist es einfach nur enttäuschend und wirkt in die Länge gezogen. Bis zum Schluss konnte mich das Werk nicht mehr in seinen Bann ziehen.

Auch der Stil ist diesmal nicht sonderlich überzeugend. Steffa Matt ist eine der wenigen Charaktere, die ich mir vor meinem inneren Auge vorstellen konnte. Tobias, seine Mutter oder Steffas Mutter blieben immer verschwommen. Auch die Landschaft, die stets hervorgehoben wird, wirkt arg blass. Gerade in einer solchen Kulisse sollte ein Autor genügend Details einbauen, damit sich die Leser den Schauplatz besser vorstellen können. Lediglich beim religiösen Anteil fand ich es ansprechend, dass hier nur wenig drauf eingegangen wurde, und nur ab und an etwas bezüglich des Ehebruchs und der Bibel gesagt wurde. Gerade bei einem solchen Verlagshaus finde ich es immer wieder faszinierend, wie gerne auf Ehebruch eingegangen wird. Gerade in der damaligen Zeit, das Buch wurde ca. 1950 geschrieben, ist dieses Thema noch recht selten gewesen.

  
Obwohl ich sonst ältere Werke meist überraschend gut fand, konnte mich das Werk „Steffa Matt“ nicht überzeugen. Es war weder spannend noch wirklich bewegend. Anfänglich noch gut umgesetzt, fällt die Handlung rapide ab. Aus diesem Grund kann ich es persönlich nicht empfehlen, auch wenn eine so häufige Auflage für ein ansprechendes Buch spricht. Für mich zwei Sterne.

© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 3.9.11


15.09.2011

Konsalik, Heinz: Die schweigenden Kanäle


==Nicht mal das Streichholz zum Verbrennen wert==
   

===Buchdaten===
Autor: H. G. Konsalik
Titel: Die schweigenden Kanäle
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1983
ISBN-10: 3442553571
ISBN-13: 9783442553570
Seiten: 180
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 3,01€ bei Amazon
Serie: -


===Zitierter Klappentext===
Dr. Berwaldt ist gelungen, wovon die Menschheit träumt: Er hat ein wirksames Medikament gegen den Krebs entdeckt. Doch der deutsche Wissenschaftler muß mit Entsetzen feststellen, daß eine Überdosis des Präparats auch zum Tod führen kann. Dr. Berwaldt reist nach Venedig, um Verhandlungen mit einem Chemiekonzern aufzunehmen. Er ahnt nicht, daß er sich in Lebensgefahr begibt. Ein skrupelloser Erpresser ist ihm auf den Fersen. Ein Mann, der in den Besitz des Präparats kommen will. Ein Mann, der vor nichts zurückschreckt, auch nicht vor Mord...

===Meine Meinung===
Aus meiner Überraschungsbuchpaket-Zeit war mir der Autor Konsalik ein Begriff. Leider konnte er mich damals mit seiner trivialen Kost zwar unterhalten, jedoch nicht überzeugen. Das war einer der Gründe, warum ich bis dato immer einen großen Bogen um weitere Exemplare dieses Autors gemacht habe. Wäre mir dieses Exemplar nicht zufällig in die Hände geraten, als ich nichts anderes zu lesen in der Nähe hatte, ich hätte mich auch weiterhin um den großen Bogen gekümmert. Schon der Klappentext versprach einen kitschig, übertriebenen Roman.

Dr. Berwaldt ist es gelungen ein Präparat zu entwickeln, dass Krebs heilen kann. Die Tierversuche haben stets den gewünschten Erfolg gehabt, sodass er sich nun an menschlichen Patienten versuchen will. Aus diesem Grund reist er nach Venedig, um dort mit einem Chemiekonzern zu verhandeln. Doch der Konzern hat ganz andere Dinge mit diesem Medikament vor, denn eine zu hohe Dosis, die erhitzt wird, ist ein tödliches Gas, dass Millionen von Menschen umbringen kann. Als der Arzt hinter den Plan des Konzerns kommt, will er nicht verkaufen, und gerät damit in tödliche Gefahr. Lediglich seine Sekretärin, die er extra nach Venedig beordert hat, wird misstrauisch, als er sie nicht vom Bahnhof abholt. Zusammen mit einem ihr unbekannten Mann macht sie sich auf die Suche nach ihrem Chef und versucht das Schlimmste zu verhindern.

Allein schon die Tatsache, dass sich das Buch mit der fiktiven Idee, ein Heilmittel gegen jede Krebsart gefunden zu haben, fand ich schon schlimm genug. Dazu dann noch ein Mittel, welches heilen, aber auch als tödliche Waffe eingesetzt werden kann. Trotzdem wollte ich mich überraschen lassen.
Schon der Einstieg war eine absolute Katastrophe. Im Klappentext war nur die Rede von einem Mann und plötzlich steht eine junge Dame im Vordergrund!? Ich brauchte erst einmal einige Seiten, um mich mit der Situation vertraut zu machen. Das hatte den Vorteil, dass ich schon mal gepackt war, um herauszufinden, wer diese Person genau ist und was nun genau passiert ist.
Zeitgleich zeigte mir dieser Einstieg jedoch auch, was ich gehofft hatte, nicht zu finden, extrem, triviale Kost. Ein Mädchen steht mutterseelenallein in einem fremden Land am Bahnhof und wie es der Zufall will, wird sie von einem attraktiven Mann angesprochen, der ihr sofort zur Hilfe eilt, alles zahlt und der zufälligerweise auch noch vor Jahren eine ähnliche Situation erlebt hat, wie ihr Chef. Es tut mir leid, aber ein Werk, wo wirklich alles passend gemacht wird und an den Haaren herbeigezogen klingt, mag ich überhaupt nicht.
Dieser Punkt kommt im gesamten Buch immer wieder vor und stört mit der Zeit gewaltig. Egal wie vertrackt die Situation ist, etwas passiert, damit es passt. Zum Beispiel drucken alle Zeitungen eine Geschichte, oder ein Großteil der Bettler von Venedig beobachtet einen Verdächtigen.
Der einzige Grund, aus dem ich mich zum Weiterlesen gezwungen habe, war die Frage, um das Verschwinden der Frau vor zehn Jahren. Als sich dieses nach rund 80 Seiten auch noch aufklärte, hatte ich echt die Nase voll.
Der Stil ist bildhaft und leicht, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Trotzdem ist es noch seichter als die trivialste Kost, die ich bis dato gelesen habe. Es kommt keine Spannung auf, selbst romantische Ansätze oder Thriller-Apsekte dümpeln seicht vor sich hin. Für mich waren schon 100 Seiten ein absoluter Kampf, sodass ich an diesem Punkt zum ersten Mal seit langer Zeit wirklich nur noch flüchtig zu Ende gelesen habe. Selbst der Schluss übertraf sich mit Zufällen und Kitsch. Am Ende des Buches war ich ehrlich froh, die Seiten hinter mir zu haben. Nie wieder Konsalik.

===Bewertung===
Ein Buch, welches sich zwar leicht lesen lässt, aber vom Inhalt her so wenig überzeugen kann, kann ich nicht ruhigen Gewissens empfehlen. Aus diesem Grund bekommt „Die schweigenden Kanäle“ lediglich einen Stern.


===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Zitat zum Eindruck des Stils von der ersten Seite:


Das ist also Venedig, dachte Ilse Wagner. Nicht anders als auf dem Bahnhof Zoo in Berlin. Es war enttäuschend. Mag sein, daß sich außerhalb dieser tosenden Bahnhofshalle der Zauber der Lagunen ausbreitete, und daß die erste Gondel mit dem geschnitzten, bunt bemalten Kiel die Romantik herbeizauberte...im Augenblick spürte sie nichts von der Stadt der Verliebten. Im Gegenteil, sie kam sich elend und verlassen vor, und ein wenig hilflos inmitten des lauten Lebens.


© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 29.8.2011

 
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